
Pézenas - Hérault Frankreich
Zwischen Gegenwart und Vergangenheit – den Charakter bewahrt
Als Messestadt und Wohnsitz der Gouverneure der Provinz Languedoc, hat sich Pézenas ein ausgesprochen reiches architektonisches Erbe erhalten, das es seit etwas dreißig Jahren zum Ort der Inspiration und der Arbeit immer zahlreich werdender hervorragender Kunsthandwerker macht. Das „Haus des Kunsthandwerks der Region“ (La Maison des Métiers d'Art du Pays) in Pézenas, das sich in dem alten, unter Denkmalschutz stehenden Haus des Konsuls befindet, hat die Aufgabe, das Kunsthandwerk und besonders das in der Region vorhandene Know-how zu würdigen und zu unterstützen.
Der Besucher findet in der Region Pézenas alles für einen lohnenden Aufenthalt, geprägt von Lebendigkeit und Geschichte: ein außergewöhnliches architektonisches Erbe, große Patrizierhäuser aus dem Mittelalter bis hin zu Stadthäusern aus dem 17. Jahrhundert, Circulades (die traditionellen, kreisförmig gebauten Dörfer des Languedoc), mittelalterliche Dörfer, Spazier- oder Wanderwege, markierte Wege für Mountainbiker, Reitsport, Orte zum Entspannen und Weingüter mit kühlen Kellern, eine günstige Gelegenheit, die außergewöhnlichen Weine der Region zu verkosten. Verkaufsstände von Kunsthandwerkern, Antiquitätenhändlern und Trödlern, Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen machen die Region Pézenas rund ums Jahr lebendig.
PRAKTISCHE INFORMATIONEN
Fremdenverkehrsbüro 1, Place Gambetta 34120 Pézenas Tel.: + 33 (0)4 67 98 36 40 Website
Das Museum wurde im Jahre 1942 nach der Schenkung des Stadthauses, in dem es sich befindet, gegründet und präsentiert Sammlungen von Möbeln und Fayencen sowie eine bemerkenswerte Reihe von Aubusson-Wandteppichen, die die Geschichte Alexanders des Großen erzählen. Nicht zu vergessen die Erinnerungsstücke des Ortes an Molière, Schlüssel, Schlösser, Gewichte mit dem Wappen der Stadt Pézenas, Meisterbriefe der Zünfte u.a.m.
Molière und seine Komödiantenfreunde machten die Provinz des Languedoc zu ihrem bevorzugten Aufenthaltsort.
Von 1647 bis 1657, über zehn Jahre, machten Molière und seine Komödiantenfreunde die Provinz des Languedoc zu ihrem bevorzugten Aufenthaltsort. Von Toulouse bis Nîmes, über Albi, Carcassonne, Béziers, Pézenas und Montpellier, spielten sie ihre Komödien als Wanderbühne und in Ballspielhallen unter dem Schutz der Stände und Armand de Bourbon, prince de Conti. In Pézenas sind die mit Molière verbundenen Erinnerungen Legion: Das „Hôtel d’Alphonse“, wo Molière und seine Theatertruppe vor den Herren der Stände „Der fliegende Arzt“ spielte, die „Jeu de Paume“ genannten Ballspielhäuser für die Bürger des Ortes und vor allem der berühmte Laden des Barbiers Gély mit dem Sessel, der eine Reliquie ist.
Die Legende vonPézenas und seinem Fohlen stammt wahrscheinlich aus dem Mittelalter. Sie ist das königliche Geschenk Ludwig VIII., der während seines Kreuzzuges durch Südfrankreich im Jahre 1226 in die Stadt kam. Man erzählt sich, dass der Herrscher auf seine Lieblingsstute verzichten musste, da diese erkrankt war. Das Tier wurde von zwei Konsuln aus Pézenas gerettet und gebar sogar ein Fohlen. Als Dank schenkte der König der Stadt ein hölzernes Fohlen, das die Einwohner bei jeder Feierlichkeit als Symbol der so besiegelten Freundschaft mit dem neuen Herrscher des Languedoc zeigen konnten.
Seither gedenken die Einwohner von Pézenas jeden Faschingsdienstag diesem glücklichen Ereignis und veranstalten aus diesem Grund den Fohlenumzug (Défilé du Poulain). So wird in der Stadt der Karneval eröffnet, sowie andere Veranstaltungen zum Klang von Querpfeifen, Trommeln und Oboen.
Eine „süß-salzige“ Zubereitung in Form einer Spule, die Mitte des 18. Jahrhunderts von den indischen Köchen Lord Clives – des Vizekönigs von Indien, der zur Erholung nach Pézenas gekommen war – eingeführt wurde: die Petits Pâtés de Pézenas genannten Pasteten. Sie werden warm und in Begleitung eines trockenen (wie eines Picpoul de Pinet) oder auch eines süßen (wie eines Muscat de Saint-Jean-de-Minervois oder auch eines Rancio) Weißweins als Vorspeise genossen. Man findet sie in allen Konditoreien der Stadt.